Der Sakalava-Samtgecko
Peter Krause
Ein Nachtaktiver Baumbewohner aus Madagaskar

Peter KrauseNeben den seit vielen Jahren in der Terraristik etablierten Taggeckos gehören auch nachtaktive Geckos aus Madagaskar zum Sortiment des Zoofachhandels. Eine häufig angebotene Art ist der Sakalava-Samtgecko Blaesodactylus sakalava. Seinen Artnamen erhielt der Gecko nach der im Westen von Madagaskar lebenden Volksgruppe der Sakalava. Die gebräuchliche deutsche Bezeichnung „Samtgecko“ bezieht sich auf die samtig anmutende Haut der Tiere. Allerdings ist dieser Name wenig aussagefähig, denn eine samtartige Haut weisen auch zahlreiche andere Geckos auf. Die wissenschaftliche Gattungsbezeichnung Blaesodactylus weist dagegen auf die besondere Struktur der Zehen dieser Geckos hin, so dass die Bezeichnung als Spreizfingergeckos aussagefähiger wäre.

Das Verbreitungsgebiet des Sakalava-Samtgecko liegt im Westen und Südwesten Madagaskars. Der Lebensraum der Geckos ist relativ trocken, die typische Vegetation sind lichte, mit Mimosen, Akazien und Sukkulenten durchsetzte Buschwälder. Die Geckos leben vor allen an Bäumen – in geeigneten Verstecken oder an Sonnenplätzen findet man oft mehrere Tiere gleichzeitig. Gegenüber anderen Echsen sind die Sakalava-Samtgeckos verträglich, in der Natur teilen sie sich ihren Lebensraum oft mit Taggeckos oder mit Madagaskar-Leguanen.

Der Sakalava-Samtgecko erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 24 cm und gehört damit zu den mittelgroßen Geckoarten. Er hat einen kräftigen Körper und einen mit Wirteln besetzten Schwanz. Die Färbung der Körperoberseite ist relativ hell. Die hellgraue bis braune Rückenzeichnung besteht aus mehreren Querbinden, die oft durch Längsstreifen verbunden sind, so dass eine netzartige Zeichnung entsteht. Die Oberseiten des Kopfes und der Gliedmaßen zeigen ebenfalls eine unregelmäßige Netzzeichnung. Die Augen haben eine goldbraune Farbe. Hinter den Augen befindet sich ein kurzer dunkler Strich, der in einen Längsstreifen übergehen kann. Kehle und Bauch sind gleichmäßig weiß gefärbt und zeichnungslos. Die Schwanzoberseite zeigt über die gesamte Länge dunkle Querstreifen auf hellem Untergrund. Farbunterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es nicht.

Sakalava-Samtgeckos benötigen mittelgroße bis große Terrarien, die ihre größte Ausdehnung in der Höhe haben. Terrarien von 60x60x80cm (BxLxH) sind als unterste Grenze anzusehen, bei größeren Abmessungen haben die Tiere mehr Aktionsraum und die Terrarien können abwechslungsreicher gestaltet werden.

Reptodeko
Entsprechend ihres Lebensraumes wird für die Geckos ein Trockenterrarium eingerichtet. Als Bodengrund dient ein Sand-Erde-Gemisch mit einer Höhe von 4 bis 5 cm. Für die Schaffung von Versteckplätzen eignen sich Korkröhren, die von den Geckos sehr gerne angenommen werden. Zusätzlich werden senkrechte und waagerechte Kletteräste eingebracht. Zur Bepflanzung verwendet man robuste sukkulente Pflanzen. Gut geeignet sind Sansevierien, aber auch Agaven, Euphorbien und Yucca-Palmlilien können verwendet werden. An Stellen, die von der Beleuchtung nicht optimal erreicht werden, kann die natürliche Bepflanzung durch hochwertige Kunstpflanzen wie den Tetra ReptoDecoArt Plantastics ergänzt werden. Da die Geckos auf Glas laufen können und so auch die Terrarienscheiben als Lebensraum nutzen, ist eine Rückwand nicht unbedingt erforderlich. Der Gesamteindruck des Terrariums kann aber durch eine ansprechend gestaltete Rückwand aufgewertet werden.
Als nachtaktive Tiere stellen die Sakalava- Samtgeckos an die Beleuchtung nur geringe Ansprüche, die Beleuchtung dient vor allem zur Simulierung des Tag- Nacht-Rhythmus und zur Wärmeregulierung. Als Grundbeleuchtung eignen sich Leuchtstoffröhren oder hochwertige LED-Lampen. Zusätzlich wird am späten Nachmittag für einige Stunden ein Spotstrahler zugeschaltet, so dass ein Sonnenplatz mit Temperaturen von etwa 30°C entsteht. Obwohl die Geckos nachtaktiv sind, sonnen sich viele Tiere gelegentlich auch am Tag. Im übrigen Terrarium sollten die Temperaturen bei 26-28°C liegen und nachts um einige Grad absinken. Wenn das Terrarium in einem beheizten Raum steht, ist dafür eine zusätzliche Heizung meist nicht erforderlich. Im Winter empfiehlt sich eine kühlere Phase, in der die Tagestemperaturen nur 21-23 °C erreichen. Die Luftfeuchtigkeit kann tagsüber relativ gering sein, in der Nacht sollte sie deutlich ansteigen. Dies erreicht man am einfachsten, wenn am Abend kräftig gesprüht wird.

Tetra ReptoCalSakalava-Samtgeckos fressen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung. Als tierische Nahrung erhalten die Geckos z.B. Heimchen,Tetra ReptoCal Grillen, Schaben und Heuschrecken. Wichtig ist eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, daher werden alle Futtertiere mit einem Gemisch aus Tetra ReptoCal und Tetra ReptoLife im Verhältnis 1:1 bestäubt. In der kühleren Phase im Winter erfolgen keine Eiablagen, daher werden die Kalkgaben in dieser Zeit verringert und Tetra ReptoCal wird nur bei jeder zweiten Fütterung zugesetzt. Als pflanzliches Futter bevorzugen die Geckos zerdrückte süße Früchte oder Baby-Fruchtbrei. Dem pflanzlichen Futter, das die Geckos alle zwei Wochen erhalten, setzt man ergänzend zum Mineralstoffgemisch noch Tetra ReptoSol zu, so dass die Geckos einen zusätzlichen Vitaminschub erhalten.

Wenn man ein harmonierendes Paar pflegt, beginnt nach der Winterperiode die Paarungszeit. Die hartschaligen, annährend kugelförmigen Eier werden vom Weibchen in der Erde vergraben. Die Eier sollten in einen Inkubator überführt werden. Bei einer Inkubationstemperatur von 26°C schlüpfen die Jungtiere nach etwa 75 Tagen, bei niedrigeren Temperaturen dauert die Inkubation entsprechend länger. Die Jungtiere ähneln in der Färbung den Erwachsenen. Die dunklen Querbänder sind aber noch nicht vernetzt und haben einen gezackten hinteren Rand. Die Aufzucht erfolgt am besten einzeln in kleinen Terrarien.
AUTOR: Peter Krause
ERSTELLT AM: 13.04.2016