Die häufigsten Fischkrankheiten
Weißpünktchenkrankheit
Symptome: Ihre Fische zeigen weiße, etwa stecknadelkopfgroße Pünktchen, die über Haut und Flossen verteilt sind. Zusätzlich löst sich eventuell die Schleimhaut stellenweise ab. Die Fische scheuern sich und atmen heftig. Bitte beachten Sie, dass sich das weiße Pünktchen erst im Verlauf des Parasitenbefalls am Fisch zeigt und auch bereits bei den zunächst unspezifischen Symptomen bereits an „Ichthyo“ gedacht und so schnell wie möglich mit der Behandlung begonnen werden sollte.

Ursache: Schuld an den Beschwerden ist der einzellige Hautparasit namens Ichthyophthirius, der meist durch Neubesatz eingeschleppt wird. “Ichthyo“ macht keine Ausnahmen und befällt so gut wie alle Fische und kann auch schnell um sich greifen.

Gegenmaßnahmen: Führen Sie schnell einen Teilwasserwechsel  durch und besorgen sie sich zur Behandlung sofort ein entsprechendes Arzneimittel aus dem Fachhandel. Auf dem Produkt sind Anwendungs- und Therapiehinweise aufgeführt – diese bitte genau einhalten. Dabei sollten Sie beachten, dass meist mehrere Behandlungszyklen direkt hintereinander notwendig werden.
Schleimhaut- und Kiemenparasiten
Symptome: Manchmal sind Ihre Aquarienfische von Parasiten auf der Schleimhaut und den Kiemen befallen, ohne dass Sie eigentlich richtig was sehen können, da ein geringer Befall meist symptomlos verläuft. Zudem sind die meisten möglichen Erreger mikroskopisch klein. Erst bei starkem Befall werden Symptome sichtbar - leider meist nur unspezifisch. Dazu gehört zum Beispiel: Schleimhauttrübung, das Scheuern an Einrichtungsgegenständen oder eine verstärkte, unnatürliche Atmung.

Ursache: Die bekanntesten dieser Schleimhaut- und Kiemenparasiten gehören zu den Einzellern, wie zum Beispiel Costia, Trichodina, Chilodonella und die weiter unten beschriebenen Ichthyophthirius und Oodinium. Zu den Mehrzellern gehören sogenannte Haut- und Kiemenwürmer (Gyrodactylus und Dactylogyrus).

Gegenmaßnahmen: Im Zoofachhandel sind geeignete Arzneimittel erhältlich. Bedenken Sie auch, dass optimal gehaltene Fische ein gut funktionierendes Immunsystem haben und damit die Erreger oft alleine in Schach halten können.
Flossenfäule & Maulfäule
Symptome: Die Flossen der erkrankten Tiere wirken ausgefranst, die Flossenränder können weißlich erscheinen. Manche Fische haben auch offene Wunden, vor allem an der Flossenbasis. Die Schleimhaut und die Augen können getrübt erscheinen.  Bei der Maulfäule zeigt sich oft ein weißlicher baumwollflusenartiger Belag, so wie Gewebezerstörungen am Maul.

Ursache: Auslöser für diese Infektionen sind Bakterien. Diese sind allerdings meist nur ein Anzeichen, dass noch etwas anderes im Argen liegt, weil vor allem immungeschwächte, von Parasiten befallene, unter schlechten Bedingungen gehaltene oder allgemein gestresste Fische anfällig sind.

Gegenmaßnahmen: Unabhängig vom Einsatz geeigneter Arzneimittel, sind Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbedingungen, Stressreduzierung und Konditionssteigerung unabdingbar. Dazu gehören zum Beispiel Teilwasserwechsel, Bodengrundreinigung, allgemeine Verbesserung der Wasserqualität, konditionssteigernde Fütterung sowie die Überprüfung des Fischbesatzes (Vermeidung von Überbesatz, Sozialverträglichkeit). Im Fachhandel gibt es wirksame Arzneimittel, die strikt gemäß der Gebrauchsanweisung angewandt werden müssen. In keinem Fall, außer auf tierärztliche Anordnung, sollten Antibiotika eingesetzt werden.
Pilzbefall
Symptome: Auf der Haut und an den Flossen werden wattebauschartige Beläge sichtbar, die sich oft an Wundrändern oder bei Entzündungen sekundär bilden können.

Ursache: Auslöser für den Pilzbefall sind Pilzsporen, die immer im Wasser vorkommen, etwa der Gattung Saprolegnia. Diese befallen vor allem immungeschwächte oder verletzte Tiere mit defekter Schleimhaut.

Gegenmaßnahmen: Pilzinfektionen können mit geeigneten Arzneimitteln aus dem Fachhandel bekämpft werden. Dabei muss aber immer beachtet werden, dass eine Pilzinfektion sekundär ist und dementsprechend die eigentliche, primäre Ursache gefunden und behandelt werden muss. Das bedeutet, dass Sie die Haltungsbedingungen wie zum Beispiel die Wasserqualität verbessern müssen, aber auch an Parasitenbefall oder bakterielle Infektionen denken sollten. Weiterhin sollten Sie den Fischbesatz überprüfen: Kontrollieren Sie, ob sich Ihre Fische untereinander vertragen und wie sie auf konditionssteigernde Maßnahmen (z.B. Fütterung) reagieren. Parallel sollte aber auch nach der Ursache der Schwächung gesucht werden:  Stimmen die Wasserwerte? Ist die Temperatur für die Fischart geeignet? Kann sich der Fisch verletzt haben?
Fischtuberkulose
Symptome: Der Fischbauch ist eingefallen oder aufgebläht. Das Tier kann Glotzaugen entwickeln, zum Teil sind die Flossen verkürzt und ausgefranst. Die Fische wirken blass oder haben Entzündungen auf der Haut. Bei manchen stehen die Schuppen ab oder sie fallen sogar aus. Die Fische wirken apathisch und sondern sich ab. Achtung: Fische können im Anfangsstadium der Erkrankung auch topfit aussehen, da sich die Erreger zunächst in den inneren Organen ausbreiten.

Ursache: Verursacher der Fischtuberkulose sind Bakterien der Gattung Mycobacterium. Die Bakterien sind natürlicherweise im Wasserbecken enthalten und befallen vor allem immungeschwächte, gestresste aber auch alte Tiere. Die Fischtuberkulose kann langsam oder sehr schnell voranschreiten, latent vorhanden sein und ist auf jeden Fall ansteckend.

Gegenmaßnahmen: Gut konditionierte und optimal gehaltene Fische erkranken im Normalfall nicht. Die Fischtuberkulose selbst ist medikamentös nicht behandelbar, kann aber durchaus zum Stillstand kommen. Ganz wichtig ist eine Verbesserung der Haltungsbedingungen. Bieten Sie den Fischen die Wasserwerte, die sie benötigen, führen Sie regelmäßige Teilwasserwechsel durch und füttern Sie die Fische nur mit qualitativ hochwertigen Markenfuttern. Überprüfen Sie zum Beispiel die Besatzdichte. Bitte beachten Sie, dass sich Mycobakterien auch extrem selten in offenen Wunden beim Menschen festsetzen und eine ungefährliche, lokale  Hautveränderung hervorrufen können, die aber behandelbar ist. Wenn Sie eine Verletzung an den Händen haben, sollten Sie beim Hantieren im Aquarium aus hygienischen Gründen daher immer geeignete Handschuhe tragen.
„Lochkrankheit“
Symptome: Die Fischkörper zeigen erst kleine, später immer größer werdende Vertiefungen, vor allem am Kopf. Zum Teil ist auch ein weißlicher Belag zu erkennen, der pickelartig hervorsteht. Fische erscheinen „angefressen“.

Ursache: Die genaue Ursache der „Lochkrankheit“ ist nicht ganz klar, unter Verdacht steht aber zumindest eine Mitbeteiligung einzelliger Darmparasiten zum Beispiel Hexamita.  Bakterien und möglicherweise ein Mineral- beziehungsweise Nährstoffmangel. Falsche Wasserwerte oder Ernährung spielen bei der Entstehung eine maßgebliche Rolle.

Gegenmaßnahmen: Betroffene Tiere sollten möglichst abwechslungs- und nährstoffreich ernährt werden (verwenden sie ausschließlich hochwertige Qualitätsmarkenfutter). Achten Sie auf eine stressfreie Haltung und ideale Wasserwerte. Besonders bei Buntbarschen kann Sozialstress durch falsche Vergesellschaftung häufig ein Auslöser sein. Die einzelligen „Darmparasiten“ können mit geeigneten Arzneimitteln aus dem Zoofachhandel bekämpft werden.
Samtkrankheit
Symptome: Betroffene Fische wirken wie mit Goldstaub oder Puderzucker bestäubt. Der graugelbe, samtige Belag zeigt sich erst an den Flossen und Kiemen und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Die Tiere sondern verstärkt Schleim ab, atmen heftiger, scheuern sich und klemmen die Flossen. Futter wird oft verschmäht.

Ursache: Schuld an den Beschwerden sind Dinoflagellaten der alten Gattung Oodinium (heute Piscinoodinium), die durch neue Fische ins Becken eingeschleppt werden.

Gegenmaßnahmen: Im Fachhandel gibt es einige wirksame Arzneimittel die entsprechend der Gebrauchsanweisung, vor allem hinsichtlich der Behandlungsdauer, eingesetzt werden müssen.
Ammoniak- oder Nitritvergiftung
Symptome: Die Fische haben deutliche Atemprobleme, schnappen zum Teil an der Oberfläche nach Luft. Sie zeigen sich apathisch oder schwimmen hektisch. Die Tiere sind blass und schreckhaft.

Ursache: Nicht immer sind Krankheitserreger oder Parasiten an den Beschwerden der Tiere schuld. Manchmal zeigen sie auch Vergiftungserscheinungen, etwa durch zu viel Ammoniak oder Nitrit im Wasser.

Gegenmaßnahmen: Grundsätzlich sollten die Haltungsbedingungen hinterfragt werden: Ist der Bestand zu dicht? War das Aquarium nicht richtig biologisch eingefahren? Wurde zu viel gefüttert? Gibt es Fischleichen, die nicht entdeckt wurden? Wurden in letzter Zeit Medikamente eingesetzt, die die Filterbiologie zerstören könnten?

Überprüfen Sie Ammoniak- und Nitrit-Werte im Aquarium. Bei erhöhten Werten sofort Teilwasserwechsel durchführen. Erhöhte Ammoniak- oder Nitrit-Werte weisen immer auf eine gestörte oder nicht ausreichende biologische Filterung hin. Bedenken Sie zudem die fachgerechte Filterreinigung, um den lebenswichtigen Filterbakterien nicht zu schaden. Sowohl in diesem Fall als auch grundsätzlich beim „Einfahren“ eines Aquariums kann der Einsatz sogenannter „Bakterienstarter“ sehr sinnvoll sein.
AUTOR: Tetra GmbH
ERSTELLT AM: 21.03.2017